Jugendstrategie Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft

Seit einigen Jahren arbeitet das Bundesjugendministerium mit vielen Partnern für eine Stärkung der Jugend in der Politik. Sie setzen sich für eine Jugendpolitik ein, die soziale und kulturelle (Mit-)Gestaltungspolitik ist. Denn unsere Jugend braucht eine Gesellschaft, in der sie ihre Interessen und Wünsche verwirklichen kann. Und unsere Gesellschaft braucht die Jugend, denn sie trägt maßgeblich zu Veränderungen und Innovation bei. Eine jugendgerechte Gesellschaft entdeckt neue Perspektiven, sie bringt die Generationen zusammen, ist lebendig und kreativ.

Noch sind es eher die Älteren, die politische Macht und Aufmerksamkeit erlangen. Ein Grund ist unter anderem, dass junge Menschen (im Alter von 12 bis 27 Jahren) schon heute nur noch ungefähr 16 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen. Nur ein Sechstel der Wählerinnen und Wähler ist unter 30 Jahre alt. Der politische Blick ist nur selten auf die Lebenslagen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gerichtet. Wenn überhaupt jugendliche Lebenswelten in den Blick genommen werden, dann geht es häufig um Teilbereiche oder um Schnittmengen mit Familien- oder Kinderpolitik. Aber Interessen und Bedürfnisse von Jugendlichen werden in jedem Politikfeld berührt. Jugendpolitik als starkes und unabhängiges Politikfeld zu denken und gleichzeitig querschnittlich in allen Politikbereichen Relevanz zu entfalten: das ist Eigenständige Jugendpolitik!  Sie macht die Potentiale und Chancen einer Gesellschaft mit einer starken Jugend sichtbar. Jugendliche sind hierbei nicht nur Diskussionsgegenstand – sie werden aktiv an der Gestaltung ihrer Lebenswelten beteiligt. Die Jugendstrategie des Bundesjugendministeriums steht für die Umsetzung dieses Politikansatzes. Unter dem Titel Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft werden hierzu verschiedene Maßnahmen auf allen Ebenen umgesetzt – von ausgewählten Kommunen über den Bund bis hin zu Europa.

Die vier Handlungsfelder der Jugendstrategie sind:

  • Politik für, mit und von Jugend: wirkungsvolle Jugendbeteiligung
  • Zwischen Anforderungen und Bedürfnissen: Zeiten und (Frei-)Räume
  • Zukunftspolitik für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen: gesellschaftliche Perspektiven und soziale Teilhabe
  • Jugendbilder: Darstellung und Wahrnehmung der Vielfalt junger Menschen

Der Innovationsfonds fördert die Praxis der Eigenständigen Jugendpolitik

Eine der jugendstrategischen Maßnahmen ist die Förderung bestimmter Projekte aus dem Innovationsfonds im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes. Aus diesem Fonds werden von 2017 bis 2019 insgesamt 40 Projekte aus der Jugendsozialarbeit und Jugendarbeit unterstützt.

Die Innovationsfondsprojekte orientieren sich am Alltagsleben der jungen Generation. Sie greifen aktuelle Themen auf und unterstützen Jugendliche und junge Erwachsene darin, ihre Ideen und Wünsche zu realisieren. In den Projekten sind die Jugendlichen nicht nur Adressatinnen und Adressaten, sie bringen sich aktiv ein. Die Projekte werden aus der Perspektive von Jugendlichen und mit Jugendlichen gemeinsam geplant und durchgeführt. Die Wirkung der Projekte entfaltet sich vor Ort und geht im Optimalfall beispielgebend über die lokale Ebene hinaus. Gute Beispiele geben Impulse und bieten Mitstreiterinnen und Mitstreitern Orientierung. Auch ergeben sich „gute“ Fehler, aus denen gelernt werden kann. Denn Innovation und eine positive Fehlerkultur sind untrennbar miteinander verbunden.